Ein Alt-Text

Finanzielle Unterstützung für nachhaltige Sozialarbeit - Share Value Stiftung engagiert sich für Straßenarbeit mit Schlichtungsfunktion "SMS"

Drei Jahre nach dem Start von "SmS" hat sich die Situation auf dem Lutherplatz nachhaltig verbessert.!

„Der Platz ist dank des Einsatzes zweier Streetworker inzwischen nicht
mehr der Treffpunkt der Drogen- und Trinkerszene, als der er einmal galt“, sagt Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin der Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN). Das Projekt wird von der Share Value Stiftung erneut mit 10.000 € unterstützt. Überdies stellte Walter Weispfenning, Mitglied des Stiftungsrats, während der Übergabe des Förderbescheids am 13. Dezember in den Räumen der CROSS Jugendkulturkirche am Lutherplatz eine Förderung für ein weiteres Jahr in Aussicht.

„Das Projekt hat meine volle Unterstützung. Denn es ist ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie nachhaltig sich Probleme lösen lassen, wenn die Partner konstruktiv und vertrauensvoll zusammenwirken. In diesem Sinne gilt mein ausdrücklicher Dank allen, die das Projekt gemeinsam ermöglichen und umsetzen“, erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen anlässlich der Übergabe des Zuwendungsbescheids.
Bei einem Besuch vor einiger Zeit habe er Gelegenheit gehabt, sich ein Bild von der verbesserten Situation am Lutherplatz machen zu können.

Auch Stadtdekanin Barbara Heinrich schätzt das Projekt: „Durch die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter des Projekts SmS haben wir vermittelte Regeln und immer wieder gemeinsame Gespräche auf dem Platz. Das ist sehr wertvoll“, sagt Heinrich.

Vermittelnde Gespräche zwischen Anrainern und anderen Nutzern
Ab 2013 hatten die beiden Streetworker der Drogenhilfe, Timo Eichel und Deborah Jellinghaus, offene Gespräche organisiert. Dabei diskutierten Mitglieder der Alkohol und Drogenszene und Vertreter der Anrainer – das sind Anwohner, aber auch die Jugendkulturkirche, das Evangelische Forum, die Geschäftsstelle der Diakoniestationen, das Seniorenreferat der Evangelischen Kirche in Kassel, die Stadtdekanate sowie die Verwaltung des Evangelischen Stadtkirchenkreises – ihre Bedürfnisse und Ärgernisse. Die Beteiligten erstellten gemeinsam Grundregeln für ein funktionierendes Zusammenleben auf dem Lutherplatz. Überdies reinigten Szenemitglieder den gesamten Platz und erhielten dafür Essensgutscheine für das Café Nautilus.

„Über unseren Kontaktladen gelingt so manchem Drogen- oder Alkoholabhängigen der Einstieg in die verschiedenen Hilfeangebote“, erklärt Drogenhilfe-Geschäftsführerin Angela Waldschmidt.

SmS, das von der Stadt Kassel (2016: 30.000 €), dem Evangelischen Stadtkirchenkreis (16.000 €) und der Drogenhilfe (Spenden, Bußgelder) finanziert wird, ist auch in anderen Bereichen in der Innenstadt aktiv. So sind Timo Eichel und Deborah Jellinghaus inzwischen auch am Friedrichsplatz und an der Reuterschule im Einsatz.

Um eine reine Verdrängung der Szene oder um Kontrolle gehe es dabei nicht, sagt Eichel: „Wir sprechen die Leute an, ob sie sich nicht woanders aufhalten wollen, zeigen Alternativen auf und versuchen, sie an Einrichtungen wie das Café Nautilus zu vermitteln“, erklärt der Sozialarbeiter „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht,
an das Verantwortungsgefühl der Szenemitglieder zu appellieren“, so Eichel. „Es gibt eine soziale Einsicht, gerade, wenn es – wie etwa im Bereich der Reuterschule – um den Schutz von Jugendlichen geht“.

„Allen Beteiligten ist es ein großes Anliegen, das Angebot zu verstetigen, die Kontinuität der Straßenarbeit mit Schlichtungsfunktion zu sichern“, sagt Waldschmidt. Streetwork sei keine „Feuerwehr“: „Es ist notwendig, kontinuierlich mit den Personen aus der Szene im Kontakt zu sein, denn sie wechseln die Plätze, an denen sie sich in der Innenstadt aufhalten“, so die Geschäftsführerin der Drogenhilfe.

„Wir benötigen weitere finanzielle Unterstützung, um das Angebot ganzjährig sicherzustellen und die aufsuchende Arbeit an anderen Plätzen der Innenstadt zu verstärken.“

(Bild:Peer Bergholter)