Notschlafstelle der Drogenhilfe öffnet zum 15. Mal

Sieben Schlafplätze stehen bis Ende März zur Verfügung

Kassel, 1.12.2011. Was vor 15 Jahren in Containern auf einem Grundstück in der Lilienthalstraße begann, ist heute als Hilfsangebot für suchtkranke wohnungslose Menschen in Kassel nicht mehr wegzudenken: Die Notschlafstelle der Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN), die jetzt wieder ihre Pforten geöffnet hat. Sieben Schlafplätze stehen bis Ende Februar in einem Nebengebäude des Kontaktladens Café Nautilus der Drogenhilfe bereit.

Der Bedarf ist da: Insgesamt 675 Übernachtungen zählten die Mitarbeiter der Notschlafstelle im vergangenen Winter – das sind 119 Übernachtungen mehr als in der Saison davor. „Die fast hundertprozentige Auslastung der sieben Plätze zeigt, wie wichtig die Notschlafstelle in der kalten Jahreszeit für Drogenabhängige ist“, sagt Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin der DN.
Da die Notschlafstelle an das Café Nautilus angegliedert ist, bieten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusätzlich Beratung, helfen bei der Bewältigung der Wohnungssituation und vermitteln die Klienten in weiterführende Hilfsangebote. „Denn eines ist klar: Die akute Notsituation der Übernachtung Suchenden ist Ausdruck einer Vielzahl von Problemen, die mit einer oft jahrelangen Suchterkrankung einhergehen“, sagt Angela Waldschmidt.
Rund 2000 Menschen in Kassel sind von „harten“ Drogen wie Heroin und Kokain abhängig. Ein normaler Alltag, eine geregelte Wohnsituation, all das ist für viele drogenabhängige Menschen in weiter Ferne. Die Suchterkrankung – und damit die Drogen – bestimmen ihr Leben. Erwerbslosigkeit, Verschuldung, chronische Erkrankungen und Haftstrafen prägen ihren Alltag und machen eine geregelte Wohnsituation oft unmöglich. So sind viele dieser Menschen gezwungen, auch im Winter draußen zu schlafen – und laufen Gefahr, zu erfrieren.
Die Notschlafstelle ist darauf eingerichtet bis Ende Februar geöffnet zu haben. Dieser Zeitraum ist durch die Finanzierung der Stadt Kassel gesichert. Das Sozialamt der Stadt Kassel finanziert die Notschlafstelle mit 27.250 Euro pro Saison. In den vergangenen beiden Jahren war es dank der Spende eines Kasseler Bürgers möglich, die Notschlafstelle noch in den kalten Märztagen geöffnet zu lassen. „Gerade bei langen Winterperioden sind wir dringend auf Spenden angewiesen um die Notschlafstelle länger als drei Monate öffnen zu können“, betont Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin der Drogenhilfe Nordhessen e.V.

Öffnungszeiten Café Nautlius, Erzbergerstraße 45, 34117 Kassel

Mo.: 12.00 – 17.00 Uhr
Mi.: 12.00 – 17.00 Uhr
Fr.: 12.00 – 16.00 Uhr

Hinweis für Medienvertreter:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Britt Mareen Hilmes, Leiterin Notschlafstelle, Telefon: (0561) 1 21 15, Fax: (0561) 7 66 02 39, E-Mail: nautlilus@drogenhilfe.com

Geschäftsstelle Drogenhilfe Nordhessen e.V.
Angela Waldschmidt (Geschäftsführerin)
Glockenbruchweg 80
34134 Kassel
Telefon: (0561) 5 74 32 79 10
Telefax: (0561) 5 74 32 79 99
E-Mail: info@drogenhilfe.com