Notschlafstelle der Drogenhilfe öffnet zum 15. Mal - Sieben Schlafplätze stehen bis Mitte März zur Verfügung

Kassel, 7.12.2010. Rund 2000 Menschen in Kassel sind suchtkrank und dabei von „harten“ Drogen wie Heroin abhängig. Viele von ihnen leben auf der Straße – auch in diesen kalten Tagen. Für sie hat jetzt wieder die Notschlafstelle der Drogenhilfe Nordhessen geöffnet. Sieben Betten in drei Zimmern stehen in der Erzbergerstraße 45 bis Mitte März zur Verfügung. Der Bedarf ist da: Im vergangenen Jahr zählten die D-Mitarbeiter 134 Übernachtungstage mit insgesamt 556 Übernachtungen.

„Menschen vor dem Erfrierungstod zu bewahren – darum geht es in erster Linie. Denn ähnlich wie Alkoholkranken fehlt Drogenabhängigen die Sensibilität für Kälte. Schwere Unterkühlungen können die Folge sein“, sagt Britt Mareen Hildes. Die Mitarbeiterin der Drogenhilfe Nordhessen e. V. organisiert die Notschlafstelle für wohnungslose Drogenabhängige in einem Nebengebäude des Café Nautilus. Der so genannte Kontaktladen ist eine Anlaufstelle für Menschen, die von illegalen Drogen abhängig sind.

Hier können die Betroffenen ausruhen vom Szene-Stress, sich Wunden verbinden lassen, Spritzen tauschen, duschen, einen warmen Tee trinken – und günstig essen. Doch neben diesen unmittelbaren Hilfen geht es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Café Nautilus auch darum, Kontakt zu Suchtkranken aufzubauen und allgemeine Unterstützung anzubieten, um ihre Verelendung aufzuhalten und menschwürdigere Lebensbedingungen zu schaffen. „Über Angebote wie Kondomvergabe, ärztliche Sprechstunden oder Sozialberatung versuchen wir, eine Brücke zu bauen zu anderen Hilfen“, erklärt DN-Geschäftsführerin Angela Waldschmidt.

„Wer in der Notschlafstelle übernachten möchte, sollte in der Stadt Kassel gemeldet sein und derzeit keine Wohnung und keine Übernachtungsmöglichkeit haben“, erklärt Britt Mareen Hilmes. Interessierte müssen sich zu den Öffnungszeiten des Café Nautilus auf einer Liste für die Übernachtung am Abend vormerken lassen. Aufgenommen werden sie dann abends zwischen 20.00 und 22.00 Uhr. Ein Mitarbeiter der Notschlafstelle steht den Klienten bei Fragen oder Schwierigkeiten zur Seite – und übernachtet auch vor Ort. Geweckt werden die Klienten wochentags um 8 Uhr, am Wochenende um 9 Uhr. Sie können duschen, Wäsche waschen und frühstücken. Tagsüber müssen sie die Notschlafstelle verlassen.

„Manche kommen nur für eine Nacht, andere bleiben länger“, so die Leiterin. Zwar gehe es zunächst um Überlebenssicherung, doch in der Notschlafstelle werde auch versucht, ein Vertrauensverhältnis zu den Klienten aufzubauen, das die Vermittlung in weitere Hilfen ermöglicht.

Dass die Notschlafstelle als zusätzliches Angebot des Café Nautilus nunmehr zum fünfzehnten Mal öffnen kann, ist der Stadt Kassel zu verdanken, die das Projekt seit dem Winter 1996/97 finanziell unterstützt; in diesem Jahr mit insgesamt 27.250 Euro. „Wir brauchen die Notschlafstelle für Drogenabhängige und sind von der qualitätsvollen Arbeit der Drogenhilfe Nordhessen e. V. überzeugt“, sagt Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel.

Viele solcher maßgeschneiderten Hilfen – von Fachambulanzen und einer Fachklinik bis zur Betreuten Wohngemeinschaft – bietet die Drogenhilfe Nordhessen e.V.: Seit ihrer Gründung im Jahr 1982 hat der gemeinnützige Verein ein differenziertes Netz maßgeschneiderter Hilfen entwickelt. Beratung und Unterstützung, Betreuung, Therapie und Nachsorge, aber auch Prävention gibt es für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – in 30 Projekten und an 20 Standorten.

Öffnungszeiten Café Nautlius, Erzbergerstraße 45, 34117 Kassel
Mo.: 12.00 – 17.00 Uhr
Mi.: 12.00 – 17.00 Uhr
Fr.: 12.00 – 16.00 Uhr

Hinweis für Medienvertreter:
Weitere Informationen erhalten Sie bei Britt Mareen Hilmes, Leiterin Notschlafstelle, Telefon: (0561) 1 21 15, Fax: (0561) 7 66 02 39, E-Mail: nautlilus@drogenhilfe.com

Geschäftsstelle Drogenhilfe Nordhessen e.V.
Angela Waldschmidt (Geschäftsführerin)
Glockenbruchweg 80
34134 Kassel
Telefon: (0561) 5 74 32 79 10
Telefax: (0561) 5 74 32 79 99
E-Mail: info@drogenhilfe.com