Ausbildungsplätze bei ZAK gefährdet - Drogenhilfe sucht Spender und Paten

Kassel, 7. Juli 2010. Er ist ein Sprungbrett für viele ehemals drogenabhängige Frauen und Männer, der „Zweckbetrieb Arbeit Kassel“, kurz ZAK. Das Arbeitsprojekt der Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN) bildet seit zehn Jahren auch Garten- und Landschaftsbauer aus: Vor wenigen Tagen haben wieder zwei Auszubildende erfolgreich ihre Gesellenprüfung bestanden. Doch jetzt ist unklar, ob es weiterhin Ausbildungsplätze geben kann. Die DN hofft auf Paten und Sponsoren.

Wer suchtkrank war, eine Therapie hinter sich hat und künftig ohne Drogen leben will, für den kann der „ZAK“ eine echte Chance bedeuten. „Hier können unsere Klientinnen und Klienten erste Erfahrungen mit dem Arbeitsleben sammeln“, sagt ZAK-Leiter Michael Fischer. Das Arbeitsprojekt schafft Zugänge zu unterschiedlichen handwerklichen und dienstleistenden Berufsbereichen. Denn ZAK bietet Arbeiten wie Tapezieren, Trockenbau, Bautenschutz, Wohnungsauflösungen, Entrümpelungen sowie Gartenpflege, Gartengestaltung und Wegebau am Markt an.

Deshalb werden die Klientinnen und Klienten, die als „geringfügig Beschäftigte“ bei ZAK angestellt sind, zunächst fachlich qualifiziert: „Sie werden langsam an die handwerklichen Tätigkeiten herangeführt, erfahrene Arbeitsanleiter unterstützen sie individuell“, erklärt Fischer. Außerdem bildet ZAK zum Garten- und Landschaftsbauer aus – und das seit zehn Jahren mit einigem Erfolg: „Unser erster Lehrling ist inzwischen selbst Meister und bildet aus“, berichtet Helmut Schüler, Gärtnermeister und Leiter des Bereichs Garten, in dem neun Männer beschäftigt sind. Zwei der Gartenbaugesellen, die aktuell bei ZAK arbeiten, haben dort auch ihre Ausbildung absolviert. Viele Jahre waren sie drogenabhängig, inzwischen sind sie längst clean und erfolgreich in ihrem Job.

Ein Auszubildender kann pro Jahr aufgenommen werden. Es sind meist junge Männer im Alter von 17 bis Mitte 30, die zum Teil eine langjährige Drogenkarriere hinter sich haben – und meist keine oder wenig Erfahrung mit dem Arbeitsleben. „Voraussetzung ist, dass sie clean sind und eine Therapie gemacht haben“, sagt Schüler. Die meisten kämen aus der Fachklinik Böddiger Berg der DN e.V. und seien in der Nachsorge – ebenfalls bei der Drogenhilfe: Die verschiedenen Beratungs-, Betreuungs- und Therapieangebote der DN e. V. sind eng miteinander verzahnt. „Wer bei uns eine Ausbildung anstrebt, macht meist erst mal ein Praktikum, um zu sehen, ob es das richtige ist“, so Schüler.

Wer dann dabei bleibt, wird nicht nur ausgebildet, sondern auch sozialpädagogisch betreut, schließlich gilt es, dauerhaft ohne Drogen leben zu lernen.

Ausgerechnet im zehnten Jahr seines Bestehens ist der ZAK-Ausbildungsbereich gefährdet: „Wir wissen noch nicht, ob wir in diesem Jahr wieder einen Auszubildenden aufnehmen können“, sagt Schüler. Bisher hatte die Drogenhilfe für die Auszubildenden Zuschüsse bekommen, die nun aber weggefallen sind. Etwa 1000 Euro kostet ein Ausbildungsplatz bei der Drogenhilfe im Monat – das ist nicht etwa allein die Ausbildungsvergütung, sondern es sind auch die Kosten für die Anleiter, die Betreuung und für überbetriebliche Lehrgänge enthalten – und ob die Drogenhilfe die Summe nun alleine aufbringen kann, ist noch unklar. „Wir hoffen auf Spender, Sponsoren oder Paten für den ZAK-Ausbildungsbereich“, sagen Schüler und Fischer.

Weitere Informationen:

Michael Fischer
Arbeitsprojekt ZAK
Holländische Straße 175
34127 Kassel

Telefon: (0561) 8 40 84
Fax: (0561) 9 89 21 80
E-Mail: zak@drogenhilfe.com

Die Drogenhilfe Nordhessen e. V.
Die Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN) bietet individuelle Beratung, Betreuung und Unterstützung, Therapie und Nachsorge, aber auch vielfältige Präventionsangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien in 30 Projekten an 20 Standorten. Der gemeinnützige Verein hat sich seit seiner Gründung zu einem modernen sozialen Dienstleister entwickelt und ein differenziertes Netz von Hilfen geknüpft.

Ansprechpartnerinnen für die Medien:
Michael Fischer, Leiter Arbeitsprojekt ZAK, Tel.: (0561) 84084
Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin DN e. V., Tel. (0561) 7 39 50 39