Hilfe für Kinder Suchtkranker Eltern - Modellprojekt: Kurse für 8-12-Jährige

Kassel, 14. April 2010. „Trampolin“ heißt ein Gruppenangebot, das 8- bis 12-jährigen Kindern aus suchtbelasteten Familien helfen soll, ihre Stärken zu entdecken. Die Kurse, die die Drogenhilfe Nordhessen e. V. und das Diakonische Werk in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Landkreises und der Stadt Kassel anbieten, sind Teil eines Forschungsprojektes. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit als Modell gefördert.
„Kinder, deren Eltern alkohol- oder drogenabhängig sind, übernehmen in ihren Familien häufig Verantwortung und können in der Regel nicht altersgemäß aufwachsen. Sie sind besonders gefährdet, eine eigene Suchtproblematik oder andere Störung zu entwickeln“, so Petra Lachenicht, Leiterin der Sozialpädagogischen Familienhilfe Sucht (SPFH Sucht der Drogenhilfe Nordhessen.
Die Kurse, die in der Stadt und im Landkreis Kassel angeboten werden sollen , dienen der Prävention: Bei „Trampolin“ lernen die Mädchen und Jungen, wie sie mit schwierigen Situationen in der Familie umgehen können, wo sie Hilfe finden und wie Alkohol und Drogen überhaupt wirken. „Sie erfahren, dass man Probleme auf verschiedenen Wegen lösen kann – und dass sie selbst wertvoll sind und eine Menge gute Eigenschaften haben“, so Petra Hammer-Scheurer, Sachgebietsleiterin der Suchtberatung des Diakonischen Werks Kassel.
In jeder „Trampolin“-Gruppe treffen sich sechs bis acht Kinder. Die Gruppe kommt neunmal für jeweils 90 Minuten zusammen. Die Treffen finden einmal wöchentlich statt. Jede Woche geht es um ein anderes Thema. „Der Spaß kommt bei Trampolin natürlich nicht zu kurz. Es wird viel gespielt, geredet und gelacht“, erklärt DN-Mitarbeiterin Chris Siebert. Auch die Eltern der Kinder werden einbezogen: Sie lernen, was für ihre Kinder wichtig ist – und wo sie Hilfe erhalten können.
Ab Frühjahr 2010 wird „Trampolin“ an rund fünfundzwanzig Standorten in ganz Deutschland erprobt und wissenschaftlich untersucht. Zwei Professoren und ihre Teams haben das Forschungsprojekt entwickelt: Prof. Dr. Rainer Thomasius arbeitet für das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Eppendorf (Hamburg) und Prof. Dr. Michael Klein ist am Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (Köln) tätig. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit. Bei der Konzeption des Gruppenangebots haben viele Suchthilfeeinrichtungen aus ganz Deutschland mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Suchtfamilien mitgewirkt.

Die Drogenhilfe Nordhessen e.V. – Abteilung Sozialpädagogische Familienhilfe Sucht und das Diakonische Werk Kassel nehmen am Bundesmodell- und Forschungsprojekt Trampolin teil. Geplanter Kursstart ist voraussichtlich nach den Sommerferien 2010.

Interessierte Kinder, Eltern, Bekannte oder Fachkräfte erhalten mehr Informationen zu einer möglichen Teilnahme direkt bei Petra Lachenicht, Tel. 0163 – 5 80 18 14 und Petra Hammer-Scheurer, Tel. 0561 – 93 89 50

Für weitere Informationen: www.projekt-trampolin.de.

Ansprechpartnerinnen für die Medien:
Petra Lachenicht, Drogenhilfe Nordhessen: 0163 – 5 80 18 14
Petra Hammer-Scheurer, Diakonisches Werk Kassel: 0561 – 93 89 50