Sieben Schlafplätze gegen die Kälte - Notschlafstelle der Drogenhilfe e. V. öffnet am 16.11.

Dank der Geldspende eines Kasseler Bürgers kann die Notschlafstelle der Drogenhilfe Nordhessen e. V. schon zwei Wochen früher als geplant öffnen.

Ausruhen vom „Szene-Stress“. Wunden verbinden lassen. Spritzen tauschen. Mal duschen – und günstig essen: All das und noch einiges mehr, zum Beispiel Bera-tung, bietet das „Café Nautilus“ in Kassel. Anlaufstelle für Abhängige illegaler Drogen, die durch andere Angebote der Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN) noch nicht oder nicht mehr erreicht werden, will der Kontaktladen sein. In einem Ne-bengebäude des „Café Nautilus“ hat jetzt wieder die Notschlafstelle für woh-nungslose Drogenabhängige geöffnet.

„Menschen vor dem Erfrierungstod zu bewahren – darum geht es bei diesem Angebot in erster Linie“, sagt DN-Mitarbeiter Christian Becker. Sieben Betten in drei Zimmern eines Nebengebäudes des Nautilus in der Erzbergerstraße 45 ste-hen in den Wintermonaten bis 15. März zur Verfügung. „Es gibt zahlreiche Woh-nungslose unter den rund 2000 Menschen, die in Kassel von harten Drogen wie etwa Heroin abhängig sind“, so Becker. Ähnlich wie Alkoholkranken fehle ihnen die Sensibilität für Kälte, schwere Unterkühlungen könnten die Folge sein.

Seit Winter 1996/97 unterstützt die Stadt Kassel das Angebot finanziell.
„Mir ist es wichtig, dass die Stadt Kassel über ein derartiges Angebot in der kal-ten Jahreszeit verfügt“, so Stadtkämmerer und Sozialdezernet Dr. Jürgen Bar-thel. „Die Plätze der Notschlafstelle bieten den Betroffenen ein `Dach über dem Kopf´ und bewahren sie vor dem Kältetod.“

In dieser Saison können insgesamt 27.250 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe reicht normalerweise für einen Betrieb von Anfang Dezember bis Mitte März. „Dank der großzügigen Spende eines Kasseler Bürgers in Höhe von 5000 Euro konnten wir die Notschlafstelle bereits in der vergangenen Saison für einen längeren Zeitraum betreiben“, sagt die Geschäftsführerin der Drogenhilfe, Angela Waldschmidt, „da das Geld noch gereicht hat, können wir nun schon Mit-te November öffnen.

Im vergangenen Jahr nutzten 49 Klienten (= 89 % Belegung) das Angebot. „Wer in der Notschlafstelle übernachten möchte, sollte in der Stadt Kassel gemeldet sein und derzeit keine Wohnung und keine Übernachtungsmöglichkeit haben“, erklärt Becker. Interessierte sollten sich zu den Öffnungszeiten des Café Nautilus auf einer Liste für die Übernachtung am Abend vormerken lassen.

Die Aufnahme erfolgt jeden Abend zwischen 20.00 und 22.45 Uhr. Ein Mitarbei-ter der Notschlafstelle steht den Klienten bei eventuellen Fragen und Schwierig-keiten zur Seite – und übernachtet auch vor Ort. Geweckt werden die Klienten wochentags um 8 Uhr, am Wochenende um 9 Uhr. Sie können duschen, Wäsche waschen und frühstücken. Tagsüber müssen sie die Notschlafstelle verlassen. „Manche kommen nur für eine Nacht, andere bleiben länger“, so Becker. Zwar gehe es zunächst um Überlebenssicherung, doch in der Notschlafstelle werde auch versucht, ein Vertrauensverhältnis zu den Klienten aufzubauen, das die Vermittlung in weitere Hilfen ermöglicht.

Viele solcher maßgeschneiderten Hilfen – von Fachambulanzen und einer Fach-klinik bis zur Betreuten Wohngemeinschaft – bietet die Drogenhilfe Nordhessen e.V.: Seit ihrer Gründung im Jahr 1982 hat der gemeinnützige Verein ein diffe-renziertes Netz maßgeschneiderter Hilfen entwickelt. Beratung und Unterstüt-zung, Betreuung, Therapie und Nachsorge, aber auch Prävention gibt es für Kin-der, Jugendliche und Erwachsene – in 30 Projekten und an 20 Standorten.

Weitere Informationen:

Notschlafstelle
Christian Becker (Leiter Notschlafstelle)
Erzbergerstraße 45
34117 Kassel

Telefon: (0561) 1 21 15
Fax: (0561) 7 66 02 39
E-Mail: nautilus@drogenhilfe.com

Geschäftsstelle Drogenhilfe Nordhessen e.V.
Angela Waldschmidt (Geschäftsführerin)
Glockenbruchweg 80
34134 Kassel

Telefon: (0561) 7395039
Telefax: (0561) 7395030
E-Mail: info@drogenhilfe.com

www.drogenhilfe-nordhessen.com