Damit ein suchtmittelfreies Leben gelingt -Vielfältige Angebote der Drogenhilfe Nordhessen e. V. im Landkreis Kassel

Individuelle Beratung, Betreuung und Unterstützung, Therapie und Nachsorge sowie Präventionsangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien bietet die Drogenhilfe Nordhessen e. V. auch im Landkreis Kassel. Der gemeinnützigeVerein hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1982 zu einem modernen sozialen Dienstleister der regionalen Diakonie entwickelt und in ganz Nordhessen ein differenziertes Netz von Hilfen geknüpft. Davon profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger im Gebiet zwischen Bad Karlshafen und Fuldabrück, zwischen Breuna und Helsa.

Verhindern, dass Menschen überhaupt suchtkrank werden – auch das ist eines der Ziele der Drogenhilfe Nordhessen e. V. (DN). Deshalb veranstaltet der gemeinnützige Verein Kurse, Seminare und Fortbildungen und organisiert verschiedene Projekte rund um das Thema Suchtprävention. So berät etwa die in Hofgeismar ansässige Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis Kassel Multiplikatoren zum Thema Suchtvorbeugung oder veranstaltet Elternabende zum Thema Sucht.

„Suchtprävention findet im Alltag statt, kann überall dort wirksam werden, wo Menschen zusammenleben – und sie will Spaß und Lust am Leben vermitteln, Kinder, Jugendliche und Erwachsene anregen, sich mit sich selbst und mit den anderen auseinanderzusetzen, Interessen, Meinungen und Gefühle kundzutun“, erklärt Patricia Sheldon. Die Sozialpädagogin leitet die Hofgeismarer Fachstelle, deren Ziel es ist Sucht zu verhindern – und zwar Sucht, die durch illegale Betäubungsmittel wie Heroin oder Ecstasy entsteht ebenso wie Sucht, die durch die legalen Alltagsdrogen Alkohol, Tabak und Medikamente verursacht wird. So ist die Fachstelle zuständig für alle Fragen der Suchtprävention – sie ist allerdings keine Beratungsstelle für Menschen mit Suchtproblemen.

Diese können sich an die Drogenberatung der DN in Hofgeismar wenden, die übrigens auch eine Außensprechstunde in Wolfhagen anbietet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und begleiten Menschen, die gefährdet sind, Drogen zu konsumieren oder die von illegalen Drogen bereits abhängig sind. Jugendliche und junge Erwachsene können sich darüber hinaus auch an die Drogenberatung wenden, wenn es um eine Abhängigkeit von legalen Drogen geht. Dabei ist sind auch eine längerfristige Begleitung oder eine ambulante Therapie möglich. Überdies bietet Fachberatung für Sozialdienste und Unternehmen sowie begleitende Hilfen für Substituierte. Bei Bedarf können die Betroffenen in Entgiftungs- oder Rehabilitationseinrichtungen vermittelt werden.

Den Kontakt zu Jugendlichen dort aufzunehmen, wo sie sich aufhalten, dieses Ziel will die DN im Landkreis Kassel mit Streetwork erreichen. „Streetwork, das heißt so viel wie Straßensozialarbeit und bedeutet, dass wir einen Großteil der Zeit `auf der Straße´ arbeiten“, erklärt Peter Geipel von der Mobilen Drogenberatung im Landkreis Kassel. „Wir warten nicht im Büro bis jemand bei uns vorbei kommt oder uns anruft, sondern wir gehen zu den Jugendlichen, in die Cliquen und Szenen“. Die Mobile Drogenberatung suche junge Leute dort auf, wo sie sich treffen, zusammensitzen, sich aufhalten – zum Beispiel in Parks, auf öffentliche Plätzen, in Lokalen, Veranstaltungsräumen, in Jugendzentren oder in Schulen.
„Wir bieten Informationen und Beratungen zu suchtspezifischen Fragen, aber auch Hilfen bei alltäglichen Problemen“, erklärt Geipel. Der Sozialarbeiter ist auch für das Frühhilfe-Projekt „Just in Time“ zuständig, mit dem Suchtkarrieren vermieden werden sollen. „Just in Time“ richtet sich an Jugendliche, die durch den Konsum legaler oder illegaler Drogen aufgefallen sind. In enger Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit, dem Jugendamt, der Polizei und anderen Institutionen bietet Peter Geipel Gespräche und Unterstützung an.

Speziell an süchtige Eltern richten sich ein weiteres Angebot der DN: die„Sozialpädagogische Familienhilfe Sucht“ (SPFH). Denn es sind die Kinder, die in einer suchtbelasteten Familie besonders leiden. Denn Suchtkranke zeigen oft ihrem sozialen Umfeld gegenüber Desinteresse oder Ablehnung. Und nicht selten neigen sie zu aggressivem, Verhalten – auch gegenüber den eigenen Kindern. Diese lernen ihre suchtkranken Eltern von zwei völlig unterschiedlichen Seiten kennen: mal distanziert und genervt, mal fürsorglich. So prägt die Sucht der Eltern den Alltag der Kinder; sie werden zu Co-Abhängigen, die die Lebensgestaltung und die Verantwortung für die Eltern mit übernehmen müssen.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist es wichtig, die Sucht zum Thema zu machen, die Eltern zu unterstützen, Grenzen aufzuzeigen und die Kinder zu stabilisieren. Dies geschieht zum Beispiel durch die SPFH. Das Angebot für Familien und Alleinerziehende umfasst sowohl die soziale, psychologische und medizinische Diagnostik einer bestehenden Suchproblematik als auch ganz konkrete Familienhilfen.

Darüber hinaus unterstützt der Landkreis Kassel das Mitte 2008 neu entwickelte Projekt „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder“ der Drogenhilfe Nordhessen e.V. Ziel des Projektes ist es Kinder, die aus hoch belasteten Familien kommen, vor Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung zu schützen. „Dies geschieht, indem Mitarbeiter der DN Mitarbeiter des Jugendamtes zu Problemfamilien begleiten und wenn nötig die Sozialpädagogische Familienhilfe Sucht informieren oder auch für Mutter und Kind einen Klinikplatz besorgen", erklärt der Geschäftsführer der DN, Ralf Bartholmai.

Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren, die suchtgefährdet oder bereits suchtkrank sind, kann in der stationären Jugendhilfeeinrichtung „Kleiner Bärenberg“ geholfen werden. In diesem um- und ausgebauten Bauernhof in Wenigenhasungen werden sie intensiv therapeutisch und pädagogisch betreut. Klare Orientierungspunkte und verpflichtende Regeln gehören ebenso zum Alltag wie gemeinsame Freizeitaktivitäten, durch die Wege zu einer sinn- und lustvollen Freizeitgestaltung jenseits von Drogenerlebnissen gezeigt werden sollen. Natürlich kommt auch die schulische oder berufliche Ausbildung nicht zu kurz: Die Jugendlichen können eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen, Hauptschulunterricht gibt es im Haus selbst. Überdies besteht die Möglichkeit, in einem der Kooperationsbetriebe oder im Rahmen des Ausbildungsbereichs der Fachklinik Böddiger Berg eine qualifizierte Berufsausbildung zu absolvieren.

Gundula Zeitz

Kontakt und weitere Informationen:

Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis Kassel
Bürgermeister-Laneus-Straße 1/2
34369 Hofgeismar
Telefon: (0 56 71) 925270
Fax: (0 56 71) 42 67
E-Mail: praevo.lkks@drogenhilfe.com

Drogenberatung im Landkreis Kassel
Bürgermeister-Laneus-Straße 1/2
34369 Hofgeismar
Telefon: (0 56 71) 5 01 99
Fax: (0 56 71) 42 67
E-Mail: drogenberatung.hofgeismar@drogenhilfe.com

Mobile Drogenberatung und Prävention im Landkreis Kassel
Bürgermeister-Laneus-Straße 1/2
34369 Hofgeismar
Telefon: (0 56 71) 5 01 99
Fax: (0 56 71) 42 67
E-Mail: mobil@drogenhilfe.com

Sozialpädagogische Familienhilfe Sucht „SPFH – Sucht“
Karolinenstraße 5
34127 Kassel
Telefon: (0561) 86 16 03 22
Fax: (0561) 86 16 03 20
E-Mail: SPFHSucht@drogenhilfe.com

Stationäre Jugendhilfeeinrichtung „Kleiner Bärenberg“
Dörnbergstraße 1
34466 Wolfhagen-Wenigenhasungen
Telefon: (0 56 92) 99 20 30
Fax: (0 56 92) 99 20 328
E-Mail: kleiner.baerenberg@drogenhilfe.com