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Wir trauern um Heiner König

Heiner König, unser langjähriger Geschäftsführer, ist nach zwei Jahren schwerer Krankheit am 5. Juli 2008 gestorben

Nachruf zur Trauerfeier am 12.07.2008 von
Frau Dr. Marianne Kunze-Thurmann

Mensch, Heiner,

Du hast uns heute noch einmal zusammengeführt zum Tschüß sagen. Und schau mal, wie viele Deinem Ruf gefolgt sind.

Du hast immer gern geführt und gelenkt.
Schwerkrank hast Du bis vor Kurzem noch gern hinter dem Lenkrad Deines Autos gesessen. Ich weiß nicht, wie gut Du gefahren bist, aber ich weiß:
die Menschen, die Dir beruflich und persönlich anvertraut waren, hast Du mit sicherem Einfühlungsvermögen und großem Verantwortungsbewusstsein geführt.
Nicht immer mit Geduld.
Aber Alle konnten sich auf Deine persönliche Anteilnahme und Wertschätzung verlassen.
Die Drogenhilfe Nordhessen hast Du zusammen mit Horst und anderen Mitstreitern und Mitstreiterinnen über steinige Wegstrecken hinweg zu großen Erfolgen geführt. Sie ist heute eine in der Region nicht mehr wegzudenkende Suchthilfeeinrichtung, die Menschen mit unterschiedlichen Sucht- und Suchtfolgeproblemen eine Vielzahl von unterschiedlichen und bedarfsgerechten Hilfen anbietet.
Für diese Arbeit bist Du vielfach geehrt und ausgezeichnet worden, und ich kenne niemanden, der diese Auszeichnungen mehr verdiente als Du.
Als Du Dich aus der Drogenhilfe verabschiedet hast, hattest Du das Haus gut bestellt. Du hattest die Jungen fit und stark gemacht, in die Fußstapfen der Älteren zu treten und die Arbeit in Deinem Sinne und erfolgreich weiterzuführen.

Mensch, Heiner,

der Abschied damals ist Dir und allen Anderen nicht leicht gefallen, aber doch unendlich viel leichter als der Abschied heute.
Du warst ja auch als Mensch weiterhin da und offen für Alle, die Deinen Rat und Deine Anteilnahme und Deine Unterstützung suchten.
Und für Alle, die mit Dir Spaß am Leben, am Jazz und an Radtouren, an guten Gesprächen und Doppelkopfrunden hatten.

Und Du hast weiterhin für Dich und für uns dokumentiert und gesammelt und bewahrt: Geschichte und Geschichten, CDs, DoKo-Statistiken und Postkarten: alltägliche Kostbarkeiten.
Im Nachhinein doppelt kostbar, weil sie die Erinnerung bewahren an Dich wunderbaren Menschen und Deine Liebe zum Leben und zu den Menschen um Dich herum.

Wie zum Beispiel die Sammlung Deiner Gedichte für Familie und Freunde: wie gut hast Du uns beobachtet, wie sicher Bemerkenswertes hervorgehoben und mitunter leise bespöttelt, wie liebevoll uns mit Lob und guten Wünschen bedacht.

Beneidenswert, wie treffsicher und spontan Du in fast jeder Situation über Sprache verfügen konntest.

Heute hast Du uns zum letzten Mal gerufen zum Abschied nehmen, und Viele sind gekommen.
So hast Du es gewollt.
Du hast immer gewusst, was Du wolltest:
Solidarität.
Erfolg für die Drogenhilfe.
Die berufliche und persönliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Das Wohlergehen all derer, die Dir nahe standen.
Und Du hast immer gewusst, was Du nicht wolltest:
Bürokratie.
Wankelmut und faule Kompromisse.
Intellektuelle Überheblichkeit.
Du hast es uns immer wissen lassen, was Du wolltest und was Du nicht wolltest, offen und ehrlich, spontan und direkt.
Manchmal mit viel Witz und Ironie. Oft sehr emotional.
Nicht immer diplomatisch.
Richtig wütend konntest Du werden, wenn jemand, der Dir wichtig war, etwas tat, womit er Deiner Meinung nach sich oder anderen schadete.
Und tief verletzt, wenn jemand sich Dir gegenüber unsolidarisch verhielt.
Dann ist das Verzeihen Dir schwer gefallen.

Schwer gefallen ist Dir auch das Hinnehmen von Krankheit und Tod bei denen, die Dir nahe standen und bei Dir selbst.
Lange hast Du gekämpft, oft hast Du gehadert: Warum Du? Du hattest noch so viel vor……
Wenigstens diesen Sommer wolltest Du noch schaffen. Jetzt legen wir ihn Dir zu Füßen.

Und doch konntest Du auch Deinen Abschied vorbereiten, trauernd und Trost suchend für Dich und die Deinen und für uns alle, die heute hier sind.

Am Ende konntest Du Frieden finden in Elkes schönem Garten und im Kreise Deiner Lieben, die dafür gesorgt haben, dass Du zu Hause bleiben konntest bis zum Schluss.

Eine große Hilfe war ihnen dabei das ambulante Palliativ-Care-Team. Eine kleine Einrichtung, die Großes leistet und dafür leider immer noch auf Spenden angewiesen ist. Die Flyer mit der Kontonummer liegen deshalb am Ausgang und können zum hilfreichen Gebrauch mitgenommen werden.
Du, Heiner, wärest von uns der Erste gewesen, der für diesen überaus wertvollen Dienst für sterbende Menschen und ihre Angehörigen gespendet und getrommelt hätte.
Du hast oft und gern und reichlich gegeben, wo es darum ging, Freude zu bereiten, Not zu lindern oder sinnvolle Projekte zu unterstützen.

Mensch, Heiner,

wir werden Dich fürchterlich vermissen!
Aber hab keine Angst, wir werden den Kopf nicht lange hängen lassen.
In uns Allen lebt so viel von der Ermutigung, die wir durch Dich erfahren haben, leben so viele frohe Erinnerungen, dass wir getrost und aufrecht weiter gehen können. Und dass wir überall, wo wir uns treffen und erinnern, nicht nur gemeinsam weinen sondern auch gemeinsam lachen können.

Mensch, Heiner,

Dir nah sein zu dürfen war ein großes Geschenk
Danke, Heiner.